|
Herzlichen Glückwunsch Lufthansa |
|
|
Rechtzeitig zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen für die Kabine am kommenden Freitag hat sie ganz offensichtlich die Krise überwunden.
Die Auslastung und der Ticketabsatz ziehen kontinuierlich an, die Zeichen stehen in allen Konzernbereichen deutlich auf Erholung, wie die Airline am 28.06.2010 anlässlich eines Investorentags in Frankfurt mitteilte. Man erwarte für 2010 trotz der Vulkanaschewolke und dem schlechten ersten Quartal wieder ein besseres operatives Ergebnis als im Vorjahr sowie konzernweit einen nachhaltigen Aufschwung. Selbst der Yield zieht wieder an, auch wenn die Geschäftsleitung dies der UFO gegenüber immer als unwahrscheinlich beziehungsweise nicht zu erwarten bezeichnet hat.
Kein Verdienst des Lufthansa-Managements, denn die Passagiernachfrage ist im gesamten internationalen Luftverkehr im vergangenen Monat um 11,7 Prozent gestiegen und hat das Niveau vom Mai 2009 wieder erreicht, das Frachtvolumen ist sogar um 34,3 Prozent gestiegen. Diese Zahlen hat jetzt die International Air Transport Association (IATA) vorgelegt. Im Vergleich zur Zeit vor der Wirtschafts- und Finanzkrise lägen die Passagierzahlen ein Prozent höher, bei der Cargo ergäbe sich ein Plus von sogar sechs Prozent.
Gemäß den Angaben in der Lufthansa Investor Info 05/10 registrierte die Lufthansa Passage im vergangen Mai einen Absatzanstieg um 9,8 Prozent bei einer zweiprozentigen Angebotserhöhung, sie konnte die Auslastung um 5,7 Prozentpunkte auf 80 Prozent steigern. Die Nachfrage erholte sich dabei sowohl auf der Lang- als auch auf der Kurzstrecke sowie in allen von der Lufthansa bedienten Märkten.
Wir erwarten deshalb von der Lufthansa jetzt, dass sie diesen positiven Entwicklungen endlich auch im Rahmen der aktuellen Tarifrunde Kabine Rechnung tragen wird, und dass sie am kommenden Freitag endlich inhaltlich auf die berechtigten Forderungen der Kabine nach einer längst überfälligen Verminderung der Arbeitsbelastungen sowie einer gerechteren Verteilung derselben sowie der Bezahlung eingehen wird. Nicht Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen auf Kosten der Beschäftigten sind jetzt das Gebot der Stunde, sondern ein tragfähiges und stimmiges Angebot der Arbeitgeberseite zu den Forderungen der UFO.
Krise war gestern. Die Lufthansa ist jetzt gut beraten, die für ihr Image und ihr Produkt so entscheidende Kabine durch einen deren Anliegen ausreichend berücksichtigenden und fairen Tarifabschluss mit in die ihr gute Chancen bietende Zukunft zu nehmen.
Joachim Müller Tarifpolitik und Recht |