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Lufthansa: Arbeitgeber blockiert und spielt unsauber Drucken
Freitag, 23 Juli 2010 14:19

News von der UFO-LH Tarifkommission

Keine Rückgabe von Teilzeit, keine Aufstockung von Flug-Stunden ohne Kompensation!!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist Zeit konkrete Maßnahmen durchzuführen, die aus unserer Perspektive für den weiteren Verlauf der Tarifverhandlungen unumgänglich sind: Lufthansa ruft zur Rückgabe von Teilzeit auf, bittet die Kollegen auf 89 Flugstunden zu erhöhen und kündigt gegenüber der Cockpit an, bei Engpässen Langstrecken auch ohne PII zu operieren, zur Not sogar nur mit einem (!) PI zu fliegen

Bei einem „offiziell erklärten“ Engpass müsste Lufthansa jedoch für solche Maßnahmen einen finanziellen Ausgleich leisten – in Absprache mit dem Tarif- oder Betriebspartner. Dies geschah zuletzt 2001: Damals wurden den Kollegen, neben anderen Zahlungen, Geldprämien bis 850 Mark für die freiwillige Verlegung von Urlaub angeboten und bis zu 180% für die Mehrflugstunde gezahlt.
Wir waren grundsätzlich bereit, auch über einen Teilausgleich für die von LH beabsichtigen Maßnahmen in Form von Freizeitausgleich, Individualabkäufen oder auch in Form einer tariflichen Anrechnung zu verhandeln. 
Lufthansa lehnt solche Verhandlungen kategorisch ab und versucht weiterhin mit den im FBT veröffentlichten Schreiben mit nachweislich vorgeschobenen Argumenten an das Gewissen der Kabinenmitarbeiter zu appellieren, wieder einmal umsonst auszuhelfen.

a.) Der Beweis, dass die gegenwärtige Einsatzsituationsituation sehenden Auges herbeigeführt wurde: Bereits vor mehreren Monaten ist die Crewreduzierung abgesagt worden (Stichwort POINT). Sofort danach hätte bei einer auch nur ansatzweise soliden und ehrlichen Kapazitätsplanung wieder FB-Kurse geplant werden müssen. Dies ist jedoch erst vor zwei Wochen geschehen.

b.) Die Krankenquoten sind nachweislich nicht erhöht.
Frau Ahnert hat ihr Schreiben für MUC bereits dementsprechend abgeändert. Im Schreiben von Frau Grimonpont für FRA ist nach wie vor von erhöhten Krankenquoten zu lesen, allerdings nur als „mögliche weitere Ursache“ für weitere Planinstabilitäten. Ein untauglicher Versuch hier etwas zu suggerieren, das so nicht stimmt. Die angespannte Einsatzsituation ist eben nicht auf eine erhöhte Krankenquote zurückzuführen.

c.) Während unserer Verhandlungen haben wir bereits seit Februar eine stetige, deutliche Erholung der Nachfrage bei LH gesehen. Hierauf wurde bewusst nicht mit Einstellungen reagiert.

Lufthansa behauptet in den heutigen Verhandlungen mit UFO es gäbe gar keine Personalknappheit. Einer der anwesenden Manager teilte uns mit: „Das Ausfahren bis an die Maximalgrenze des Tarifvertrages führt zwar zu Planinstabilitäten und weiteren Belastungen, ist aber im Rahmen von Climb2011 beschlossen worden und es ist legal, deswegen tun wir es, ohne den Mitarbeitern dafür „mehr“ zu geben, oder mit dem Tarifpartner darüber zu verhandeln.“

Diese Leugnung dient schlicht dem Zweck, mit uns nicht über die aktuelle Situation zu verhandeln, sondern das Thema „Entlastung/Planstabilität“ ausschließlich in den Gesamtkontext unserer MTV-Forderungen zu verweisen. Wir brauchen aber jetzt Antworten.

Es gibt aber weiterführende Gründe, warum ihr uns helfen müsst, gegen die von LH gewünschten „Umsonst-Maßnahmen“ vorzugehen:

LH hatte uns zugesichert, alle Climb-Maßnahmen zu beziffern und in der Tarifrunde anzurechnen, damit wir ein Volumen für unsere Gehalts- und Entlastungsforderungen erreichen. Mit dieser Vorgehensweise wird nun eine Anrechnung umgangen.

Fazit: Es steht jetzt fest: Wir sollen noch mehr und mit noch höherer Instabilität arbeiten, und das ohne Ausgleich.

Sollte LH mit dieser Vorgehensweise durchkommen, reichten unsere Tarifforderungen überhaupt nicht aus - denn dann würden auch in Zukunft dauerhaft und mit aller Härte die Grenzen unserer Verträge ausgereizt werden. Durch das Ausreizen von Maximalgrenzen entstehen unvermeidbare Verstöße, die dann als Arbeitsfehler deklariert werden, oder die Verträge/Gesetze werden einfach uminterpretiert, wie dies auch gegenwärtig geschieht.

  1. Keine Rückgabe von Teilzeit

  2. Kein Aufstocken auf 89 Stunden
    Wer schon das Angebot gemacht hat, Teilzeit zurück zu geben, widerrufe dies bitte. Eine formlose E-Mail oder ein Brief an das OPS-Desk reicht völlig aus. Einen Textvorschlag findet ihr hier: Widerruf Teilzeit, Widerruf Flugstundenerhöhung
  3. Kein Fliegen mehr trotz krank / unfit
    Viele Kollegen trauen sich aus den verschiedensten Gründen nicht mehr sich krank zu melden. Die einen haben Sorge um den Folgeplan, die anderen wollen den Kollegen nicht in den Rücken fallen. Dies ist gut gemeint hilft aber nicht. Wer krank fliegt riskiert mehr als den Verlust von Überstunden. Nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die Möglichkeit für uns, etwas für euch zu erreichen. (Nicht umsonst fordern wir in dieser Runde Planstabilität und eine ungekürzte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)
  4. Keinerlei Verstöße gegen Regeln akzeptieren
    Die Planverwaltung und der Einsatz versuchen derzeit mit dem Aussetzen übertariflicher Regelungen sowie mit gezielten Verstößen, die hoffentlich keiner mitbekommt, die Mangelsituation zu verschleiern.
    Bitte prüft Eure Pläne und vor allem auch Planänderungen, sowie Einsätze aus SB und RES auf Legalität. Die Personalvertretung und die Kollegen auf der Strecke helfen euch gerne, wenn ihr selbst unsicher seid.
    Bitte akzeptiert auf keinen Fall Einsätze die NICHT vertragskonform sind. Es ist euer gutes Recht auf Legalität zu bestehen und es können euch daraus auf keinen Fall Nachteile entstehen.
  5. Außerhalb von SB/RES keine Pflicht ans Telefon zu gehen
    Auch hier noch einmal der ganz klare Hinweis:
    Außerhalb von Reserve und SB kann ohne jegliche Konsequenz jeder Anruf des Arbeitgebers ignoriert werden. Das selbe gilt für Einsatzänderungen die nur im Computer ersichtlich sind, SMS vom Einsatz oder Nachrichten auf der Mailbox.

Das Management hat in den Gesprächen mit uns unumwunden zugegeben, dass absichtlich erst später Personal eingestellt wurde, da die Produktivität erhöht werden soll.
Wir verhandeln mit ihm ohne jeden Fortschritt seit 6 Monaten über Entlastung. Sie erhöhen diese nun zusätzlich.
Da bleibt der Kabine nur der Weg sich zu wehren.

Die allgemeinen Tarifverhandlungen werden wir heute weiterführen.
Dieser Aufruf bezieht sich zunächst nur auf die beschriebene Einsatz-Situation.
Wir werden euch noch an diesem Wochenende darüber informieren, wie der Verhandlungstag verlaufen ist und ob und wie weiterverhandelt wird.

Wir haben bereits zweimal in dieser Tarifrunde gezeigt, dass wir bei Handlungsbedarf zu schnellen Lösungen bereit sind. Die Lösung für Einstellungen oberhalb des Alters 40 und die Bereederung der A380.
Lufthansa sieht bei unserer akuten Situation jedoch ihrerseits keinen Handlungsbedarf!

Bitte stärkt uns an dieser Stelle den Rücken und schickt diese Information auch an andere Kollegen weiter – redet unterwegs über diese Themen und wendet Euch im Zweifelsfall an die UFO.

Wenn ihr solche Einsatzbedingungen nicht dauerhaft haben wollt, dann unterstützt uns JETZT!

Viele Grüße

Eure UFO-DLH TK
 

UFO Report

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