| Bluewings in Finanznot |
|
| Freitag, 08 Januar 2010 17:04 | |
|
Erneute Geldprobleme bei der Bluewings AG in Bocholt. Nachdem das Luftfahrtbundesamt diesem Unternehmen bereits im vergangenen April wegen fehlender finanzieller Rücklagen vorübergehend die Lizenz entzogen hatte, haben unsere dortigen Kolleginnen und Kollegen jetzt bereits seit zwei Monaten ihre Gehälter nicht mehr erhalten.
Für November sei noch die Hälfte der Gehälter der rund 250 Mitarbeiter ausgezahlt worden, im Dezember habe es gar kein Geld mehr gegeben, bestätigte jetzt auch ein Unternehmenssprecher gegenüber der Presse. Der Grund hierfür sei nach Mitteilung der Firmenleitung das Nichteinhalten finanzieller Zusagen durch die russischen Investoren des Unternehmens. Investoren aus einem Land, in dem es recht gängig ist, Gehälter über längere Zeiträume nicht zu bezahlen, und in dem Arbeitnehmer wenig bedeuten und noch weniger Rechte haben. Mehrheitsaktionär der Bluewings AG ist der russische Milliardär Alexander Lebedew, welcher auch bereits anlässlich des Lizenzentzugs im vergangenen Jahr eine eher unrühmliche Rolle gespielt hat. Also Turbokapitalismus auf Russisch, und die Arbeitnehmer sind wieder einmal die Hauptleittragenden. Da Arbeitgeber in Finanznot häufig ihre Mitarbeiter wegen Lohnkürzungen oder gar einem Lohnverzicht ansprechen hier bereits unsere Warnung an die betroffenen Kolleginnen und Kollegen, ein derartiges Anliegen zurückzuweisen, da ein solcher Verzicht gegebenenfalls Auswirkungen auf ein späteres Insolvenz- oder Arbeitslosengeld haben kann. Joachim Müller Leiter Tarifpolitik und Recht |

